Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass ein wichtiger Bestandteil von Kimchi, dem traditionellen koreanischen Gericht aus fermentiertem Kohl, dem Körper möglicherweise dabei helfen könnte, Nanoplastik auszuscheiden. Während die vollständigen Auswirkungen von Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit noch untersucht werden, zeigen Studien nun, dass sich diese Partikel in Organen wie dem Gehirn ansammeln und zu Entzündungen und anderen Gesundheitsproblemen beitragen können. Besonders besorgniserregend sind kleinere Nanoplastiken, da sie aufgrund ihrer Größe leichter in Zellen eindringen können.
Eine in Bioresource Technology veröffentlichte Studie untersuchte die Auswirkungen von aus Kimchi extrahierten Milchsäurebakterien (insbesondere Leuconostoc mesenteroides ) auf Mäuse. Forscher fanden heraus, dass mit diesem Bakterium behandelte Mäuse etwa doppelt so viel Nanoplastik ausschieden wie unbehandelte Mäuse, was darauf hindeutet, dass sich die Bakterien an die Kunststoffe im Darm binden und deren Entfernung über den Kot erleichtern. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass aus Kimchi gewonnene Bakterien ein „vielversprechendes mikrobielles Biosorbens“ für die Beseitigung von Mikroplastik sind.
Finanzierungs- und Studienbeschränkungen
Es ist wichtig anzumerken, dass die Studie teilweise vom World Institute of Kimchi finanziert wurde, einer Organisation, die sich der Kimchi-Forschung und -Förderung widmet. Darüber hinaus konzentrierte sich die Studie eher auf Mäuse als auf Menschen, und den Tieren wurden isolierte Bakterien verabreicht, anstatt ganzes Kimchi zu verzehren. Experten betonen, dass es sich dabei um vorläufige Untersuchungen handele.
Wie Kimchi wirken kann
Jamie Alan, PhD, außerordentlicher Professor für Pharmakologie und Toxikologie an der Michigan State University, erklärt, dass die Milchsäurebakterien in Kimchi scheinbar Mikroplastik im Darm „greifen“ und so deren Aufnahme in den Körper verhindern. Dieser Mechanismus ähnelt der Art und Weise, wie sich lösliche Ballaststoffe zur Ausscheidung an Cholesterin binden. Saira Shahab, Ärztin für Innere Medizin, fügt hinzu, dass die Probiotika in Kimchi auch die Funktion der Darmbarriere unterstützen und die Plastikabsorption weiter reduzieren könnten.
Vorteile und Risiken des Kimchi-Konsums
Kimchi bietet mehrere gesundheitliche Vorteile, darunter die Unterstützung des Darmmikrobioms, Vitamine, Ballaststoffe und Antioxidantien. Es enthält jedoch auch viel Natrium, was bei übermäßigem Verzehr zu Bluthochdruck führen kann. Jessica Cording, RD, empfiehlt Mäßigung und warnt vor einer übermäßigen Einnahme aufgrund möglicher Blähungen und Verbindungen zu Magenkrebs in großen Mengen.
Zukünftige Forschung und Alternativen
Forscher vermuten, dass Milchsäurebakterien in anderen fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut, Joghurt, Kefir und Miso vorhanden sein könnten. Es sind jedoch weitere Studien erforderlich, um festzustellen, ob diese Alternativen ähnliche Vorteile bieten. Vorerst bieten die Ergebnisse einen potenziellen Grund für Kimchi-Liebhaber, sich eine Extraportion zu gönnen, während Wissenschaftler diesen aufstrebenden Forschungsbereich weiter erforschen.
Obwohl diese Ergebnisse vielversprechend sind, sind sie noch vorläufig. Weitere Studien, insbesondere Versuche am Menschen, sind erforderlich, um zu bestätigen, ob Kimchi oder die daraus extrahierten Bakterien die Mikroplastikbelastung langfristig wirksam reduzieren können.
