Denim ist weltweit ein Grundnahrungsmittel in der Garderobe, hat jedoch einen großen ökologischen Fußabdruck. Die Herstellung einer einzigen herkömmlichen Jeans erfordert etwa 2.000 Gallonen Wasser – eine erstaunliche Zahl, die den enormen Ressourcenverbrauch der traditionellen Textilindustrie verdeutlicht.
Um diesen Auswirkungen entgegenzuwirken, testet Levi Strauss & Co. eine neue Herstellungsmethode, die ausrangierte Kleidung in hochwertigen Denim verwandelt.
Die Technologie: Abfall in Faden verwandeln
Levi’s hat sich mit Evrnu, einem in Seattle ansässigen Startup, zusammengetan, um einen zirkulären Herstellungsprozess zu testen. Anstatt sich ausschließlich auf neue Baumwolle zu verlassen, nutzt das Unternehmen recycelte Baumwolle aus alten T-Shirts, um Hochleistungsgarn herzustellen.
Der Prozess funktioniert über einen ausgeklügelten Recyclingkreislauf:
– Materialbeschaffung: Alte Baumwollkleidung (wie T-Shirts) wird gesammelt.
– Faserumwandlung: Die Evrnu-Technologie „verwandelt“ diese alten Textilien in neue, hochwertige Fasern.
– Produktion: Für die Herstellung einer Jeans werden ungefähr fünf T-Shirts benötigt, kombiniert mit einer kleinen Menge „frischem“ Garn.
Warum das für den Planeten wichtig ist
Der Wechsel von traditioneller Baumwolle zu recycelten Fasern ist nicht nur eine technische Errungenschaft; Es ist ein entscheidender Schritt zur Eindämmung der Wasserkrise in der Modebranche.
Nach Angaben von Evrnu würde die Herstellung einer Jeans aus 100 % recycelten Materialien 98 % weniger Wasser erfordern als die Herstellung von Denim aus reiner Baumwolle. Durch die Verringerung der Wasserabhängigkeit können Marken die Umweltbelastung in Regionen, in denen Wasserknappheit ein wachsendes Problem darstellt, erheblich verringern.
Der Weg in eine 100 % recycelte Zukunft
Obwohl die Technologie vielversprechend ist, ist sie noch nicht reif für den Massenhandel. Levi’s arbeitet derzeit an einem Prototyp seiner charakteristischen Slim-Fit-Jeans 511. Das Ziel dieser Phase besteht darin, das Material so zu verfeinern, dass sich der recycelte Denim genau so anfühlt und verhält, wie es die Verbraucher von traditionellem Denim erwarten.
Derzeit benötigt der Prototyp noch eine kleine Menge neuer Baumwolle, um die strukturelle Integrität aufrechtzuerhalten. Die langfristige Vision des Unternehmens ist jedoch klar:
„In Zukunft werden wir Kleidungsstücke sehen, die ausschließlich aus Evrnu-Fasern hergestellt werden“, sagte ein Levi’s-Sprecher gegenüber Fast Company.
Fazit
Levis Experiment markiert einen bedeutenden Wendepunkt hin zu einer „Kreislaufwirtschaft“, in der Abfall zu einer Ressource und nicht zu einem Schadstoff wird. Im Erfolgsfall könnte dieser Übergang die Denim-Produktion neu definieren und die Branche von der ressourcenintensiven Herstellung hin zu einem nachhaltigeren, geschlossenen Kreislaufsystem führen.



























